Siegfried Spielmann

Siegfried Spielmann
Personalien
Geburtstag 7. Oktober 1921[1]
Geburtsort Düsseldorf
Sterbedatum 21. April 1999
Sterbeort Düsseldorf
Nationalität Deutschland Deutschland
Spitzname(n) „Der Dicke“
Erfolge
Wenn nicht anders ausgewiesen, beziehen
sich die Angaben auf die Disziplin „Dreiband“.
Bester ED: 500,00 (Freie Partie)
Bester GD: 187,50 (Freie Partie)
Höchstserie (HS): 1984 (Freie Partie)
Andere Turniere:
23 × Deutscher Meister
Verein(e)
  • Düsseldorfer Billardfreunde 1954

Siegfried Spielmann (* 7. Oktober 1921 in Düsseldorf; † 21. April 1999 ebenda) war ein deutscher Karambolagespieler in der Disziplinen Cadre, Freien Partie und Dreiband. Er war Vizeweltmeister und vielfacher Deutscher Meister.

Karriere

Seine erste Deutsche Meisterschaft spielte er im April 1947 im Cadre 45/2 in Hamburg. Als 25-jähriger Nachwuchsspieler belegte er auf Anhieb einen sehr guten vierten Platz hinter den Ex-Weltmeistern August Tiedtke und Walter Lütgehetmann die Platz eins und zwei belegten. Schon hier wurde von den etablierten Gegnern sein großes Talent erkannt. Nach Platz zwei im folgenden Jahr hinter Lütgehetmann konnte er bereits bei seiner dritten Teilnahme im Oktober 1949 in Köln seinen ersten Meistertitel feiern den er im nächsten Jahr in Rheydt Nummer zwei folgen ließ.

Durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs waren deutsche Spieler bei internationalen Meisterschaften noch nicht zugelassen. Somit dauerte es bis zum Dezember 1952, bis er an seiner ersten Europameisterschaft in Marseille teilnehmen durfte. Bei der Europameisterschaft in der Freien Partie belegte er den 7. Platz. Die Freie Partie sollte international seine erfolgreichste Disziplin werden. Er gewann hierbei insgesamt fünf Medaillen.

Seine erste Weltmeisterschaft spielte Siegfried Spielmann im spanischen Vigo. Hier belegte er in der Freien Partie auf Anhieb den 4. Platz. Seine beiden WM-Medaillen gewann er im Januar 1962 in Düsseldorf im Cadre 47/2 und im März 1966 in Duisburg im Cadre 71/2.

Dafür stellte er viele deutsche Rekorde auf. Da die prolongierte Höchstserie heute nicht mehr gezählt wird hält er heute noch den Serienrekord in der Freien Partie mit 1984 Punkten. In den 1950er und Anfang der 1960er Jahre verbesserte er fast alle Rekorde seiner Vorgänger. Erst als der Berliner Dieter Müller und der Bochumer Klaus Hose die deutsche Billardszene beherrschten wurden seine Rekorde gebrochen. Sein Dreiband-Serienrekord bei den Deutschen Meisterschaften von 15 Punkten hielt 62 Jahre. Aufgestellt hatte Spielmann ihn 1954 in Nürnberg, gebrochen wurde er erst bei der DM 2016 in Bad Windungen von Ronny Lindemann mit 16 Punkten.

Auch als Billardtrainer machte er sich einen Namen. Unter anderem bildete er den späteren Europameister Thomas Wildförster aus. Er leitete auch ein Billardzentrum in Düsseldorf, in dem der in den sechziger und siebziger Jahren sehr erfolgreiche Billardclub Düsseldorfer Bfr. 54 seine Heimat hatte. Der Club gewann in der Saison 1959/60 den Coupe d’Europe, es sollte sein einziger internationaler Titel bleiben, und wurde zwischen 1970 und 1978 fünfmal Bundesliga-Meister. Siegfried Spielmann war bei allen Titeln als Spieler dabei.

Am 20. Dezember 1971 erhielt Siegfried Spielmann, kurz nach seinem 50. Geburtstag, das silberne Lorbeerblatt. Das ist für Sportler die höchste Auszeichnung in der Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 1988 wurde er Ehrenmitglied des Deutschen Billard-Bundes. Schon im Jahr darauf folgte die Ehrenmitgliedschaft des europäischen Billardverbandes, der Confédération Européenne de Billard (CEB). In Billardkreisen war Spielmann aufgrund seines rheinischen Humors sehr beliebt. Sein Spitzname war Der Dicke. Im Jahr 1999 starb Siegfried Spielmann 78-jährig.

Erfolge

  • Deutsche Dreiband-Meisterschaft: Gold 1967
  • Deutscher Meister Cadre 47/2(45/2): Gold 1949, 1950, 1962, 1963, 1964, 1966, 1967, 1969, 1970, 1971
  • Deutscher Meister Cadre 47/1: Gold 1968, 1969
  • Deutscher Meister Cadre 71/2: Gold 1960, 1965, 1966, 1969
  • Deutscher Meister Fünfkampf: Gold 1965, 1969
  • Deutscher Meister Freie Partie: Gold 1957, 1959, 1962, 1964
  • Weltmeisterschaft Cadre-47/2-WM: Bronze 1962
  • Weltmeisterschaft Cadre-71/2-WM: Silber 1966
  • Cadre-47/2-Europameisterschaft: Bronze 1959
  • Cadre-71/2-Europameisterschaft: Silber 1965 Bronze 1959
  • Freie-Partie-Europameisterschaft: Silber 1955, 1956 Bronze 1959, 1961, 1970

Weblinks

Commons: Siegfried Spielmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Spielerprofil auf Kozoom.com. Abgerufen am 5. August 2013.
V
Deutsche Dreiband-Meister
Die erste Deutsche Dreiband-Meisterschaft fand 1929 in Mainz statt. Die Titelträger sind in der Reihenfolge ihres Erstsieges aufgelistet.
Vorkriegsjahre

1929: B. Kesting • 1930, 1932, 1933, 1934, 1935: Otto Unshelm • 1931: Georg Berrisch • 1935–1938: August Tiedtke • 1939: Ernst Rudolph

Kriegsjahre

1940, 1942: August Tiedtke • 1941: Otto Unshelm

Nachkriegsjahre

1947–1954, 1957, 1959, 1960, 1961, 1965, 1967, 1969: August Tiedtke • 1956, 1961, 1963, 1964, 1972: Ernst Rudolph • 1967: Siegfried Spielmann • 1968: Dieter Häring • 1970: Hans-Dietrich Runkehl • 1971, 1976, 1981, 1982, 1987, 1988: Günter Siebert • 1973–1975, 1977, 1980, 1981, 1983, 1984: • Dieter Müller • 1985, 1990, 1991: Hans-Jürgen Kühl • 1986, 1992, 1993: Edgar Bettzieche • 1994, 1996–1998, 2000, 2001, 2004, 2010, 2012, 2014, 2015: Christian Rudolph • 1995, 2002, 2004, 2006–2009, 2011, 2017, 2019, 2021, 2022, 2023: Martin Horn • 2003: Stefan Galla • 2005: Jens Eggers • 2013: Christos Christodoulidis • 2016: Ronny Lindemann • 2018: Çengiz Karaça

Portal:Billard
2020 abgesagt wegen COVID-19
V
Deutsche Cadre-47/2-Meister
Die erste Deutsche Cadre-47/2-Meisterschaft fand 1913 in Berlin statt. Bis 1948 wurde Cadre 45/2, danach Cadre 47/2 gespielt. Die Titelträger sind in der Reihenfolge ihres Erstsieges aufgelistet.
Vorkriegsjahre

1913–1914, 1921–1927, 1930, 1931–1933, 1936: Albert Poensgen • 1928, 1929, 1934: Carl Foerster1935: Walter Lütgehetmann1937–1938: Walter Joachim1939: Ernst Rudolph

Kriegsjahre

1940, 1942: Ernst Reicher • 1943: Walter Lütgehetmann

Nachkriegsjahre

1947, 1959/60: August Tiedtke1948, 1951/52–1958/59: Walter Lütgehetmann1949/50–1950/51, 1961/62–1963/64, 1965/66–1966/67, 1969/70–1971/72: Siegfried Spielmann • 1964/65: Norbert Witte • 1967/68, 1972/73: Dieter Müller • 1973/74–1975/76, 1979/80–1981/82, 1983/84: Klaus Hose1977/78: • Dieter Wirtz • 1982/83, 1984/85–1986/87, 1989/90: Thomas Wildförster1987/88: Fabian Blondeel • 1990/91–1992/93: Martin Horn • 1994/95–1995/96, 1997/98–1998/99, 2000/01, 2002/03, 2005/06–2006/07, 2008/09, 2010/11–2011/12, 2015/16–2016/17: Thomas Nockemann • 1996/97: Dirk Peßarra • 1999/00, 2007/08, 2009/10, 2012/13: Carsten Lässig • 2001/02: Hans Wernikowski • 2003/04: Ludger Havlik • 2004/05, 2013/14–2014/15, 2018/19, 2021/22: Sven Daske2017/18: Dieter Steinberger

Portal:Billard
Personendaten
NAME Spielmann, Siegfried
ALTERNATIVNAMEN Der Dicke
KURZBESCHREIBUNG deutscher Karambolagespieler
GEBURTSDATUM 7. Oktober 1921
GEBURTSORT Düsseldorf
STERBEDATUM 21. April 1999
STERBEORT Düsseldorf