George Hincapie

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten George Hincapié
George Hincapié bei der Tour-de-France-Teampräsentation 2010
George Hincapié bei der Tour-de-France-Teampräsentation 2010
Zur Person
Vollständiger Name George Hincapié Garcés
Spitzname Big George
Geburtsdatum 29. Juni 1973
Nation Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Disziplin Straße
Internationale Team(s)
1994–1996
1997–2007
2008–2009
2010–2012
Motorola
US Postal / Discovery Ch.
High Road / Columbia
BMC Racing Team
Wichtigste Erfolge

3× US-amerikanischer Straßenmeister
Gent–Wevelgem

Letzte Aktualisierung: 10. Oktober 2013

George Anthony Hincapié Garcés (* 29. Juni 1973 in Queens, New York City) ist ein ehemaliger Radrennfahrer kolumbianischer Herkunft. Er war als Mannschaftshelfer an allen sieben – später wegen Doping aberkannten – Tour-de-France-Siegen von Lance Armstrong beteiligt. In dieser Zeit konnte er auch selbst Erfolge feiern, wie beispielsweise bei dem Klassiker Gent–Wevelgem 2001 und wurde dreifacher US-amerikanischer Straßenmeister. 2012, im letzten Jahr seiner Karriere, gestand er den Gebrauch von Doping.

Herkunft und Jugend

Hincapie wuchs im New Yorker Stadtteil Queens als Sohn eines kolumbianischen Einwanderers auf, der in seiner Heimat ein erfolgreicher Radamateur war. Zusammen mit seinem Bruder Michael begann er mit dem Radsport und fuhr erste Radrennen im Central Park.[1]

Sportliche Karriere

1996 wurde Hincapie Profi beim US-amerikanischen Radsportteam Motorola und wechselte 1997 zum US Postal Service Pro Cycling Team, zu welchem ab 1998 auch Lance Armstrong gehörte.

Hincapie bestritt 17-mal die Tour de France und beendete die Rundfahrt 16-mal. Er galt als Edelhelfer von Lance Armstrong und war der einzige Teamkollege von Armstrong, der bei allen sieben – später aberkannten – Toursiegen Helferdienste leistete. Bei Armstrongs letztem Erfolg 2005 wurde er 14. und konnte eine schwere Pyrenäen-Etappe gewinnen, nachdem er im Auftrag des Teams als Aufpasser an einem Ausreißversuch beteiligt war;[1] dieser Erfolg wurde ihm jedoch 2012 aufgrund eines Dopinggeständnisses aberkannt.[2] Nach dem vorläufigen Rücktritt Armstrongs belegte Hincapie im Prolog der Tour de France 2006 hinter dem Tagessieger Thor Hushovd den zweiten Platz. Im Verlauf der anschließenden ersten Etappe eroberte er auf Grund einer Zeitgutschrift das Gelbe Trikot, das er somit während der zweiten Etappe trug.

Auch bei den Eintagesrennen war Hincapie erfolgreich. Er gewann dreimal die US-amerikanische Straßenmeisterschaft und im Jahr 2001 den Klassiker Gent-Wevelgem. Sein Lieblingsrennen Paris–Roubaix[3] konnte Hincapie allerdings nie gewinnen. Seine beste Platzierung war ein zweiter Platz 2005, wo er sich im Sprint Tom Boonen geschlagen geben musste. Im Jahr 2006 lag Hincapie aussichtsreich in einer Spitzengruppe mit Favoriten wie Tom Boonen und Fabian Cancellara als ihm im 47 Kilometer vor dem Ziel beginnenden und drei Kilometer langen Kopfsteinpflasterabschnitt Mons-en-Pévèle der Gabelschaft seines Rennrads brach und er so schwer stürzte, dass er das Rennen wegen einer Schulterverletzung aufgeben musste.[4]

Ab 2008 wechselte er zum Team High Road, das sich im Juni 2008 in Team Columbia umbenannte. Ab der Saison 2010 fuhr er für das BMC Racing Team, bei welchem er zum Ende der Saison 2012 seine Karriere beendete.[5] Am 10. Oktober 2012 räumte Hincapie ein, während seiner Karriere bis zum Jahr 2006 gedopt zu haben.[6] Zusammen mit weiteren zehn ehemaligen Teamkollegen belastete Hincapie Lance Armstrong gegenüber der US-amerikanischen Antidopingagentur USADA,[7] akzeptierte eine reduzierte Sperre von sechs Monaten ab dem 1. September 2012 und eine Disqualifikation in allen Rennen zwischen dem 31. Mai 2004 und 31. Juli 2006.[2]

Geschäftliche Karriere

George Hincapie ist mit seinem Bruder Richard Eigentümer der von Richard 1998 gegründeten Sportbekleidungsfirma Hincapie Sports. Die Produkte werden seit 2003 in Medellín durch eine Firma ihres Onkels Jorge hergestellt.[8] Das Unternehmen ist Sponsor des 2012 gegründeten BMC-Hincapie Sportswear Development Team, dem Farmteam seiner letzten Mannschaft als aktiver Radsportler.

Erfolge

1994
1997
1998
  • US-amerikanischer Meister – Straßenrennen
2001
2004
2005
2006
2007
2008
2009
  • US-amerikanischer Meister – Straßenrennen
2011

Grand-Tour-Platzierungen

Grand Tour199519961997199819992000200120022003200420052006200720082009201020112012
Maglia Rosa Giro d’ItaliaGiroDNF
Gelbes Trikot Tour de FranceTourDNF104537865715947331332243517595638
Rotes Trikot Vuelta a EspañaVuelta110DNF
Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen.

Weblinks

Commons: George Hincapie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Offizielle Homepage
  • George Hincapie in der Datenbank von Radsportseiten.net
  • George Hincapie in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)

Einzelnachweise

  1. a b Sebastian Moll: Ex-Helfer Hincapie: Armstrongs Knecht auf Kopfsteinpflaster. In: Spiegel Online. 8. April 2006, abgerufen am 7. Januar 2017. 
  2. a b c cyclingnews.com vom 10. Oktober 2012: Six former Armstrong USPS teammates receive bans from USADA
  3. Hincapie laut Zehn Teufel in der "Hölle des Nordens" auf sportnet.at vom 9. April 2011: „This is the one race that I dream of all year long, and look forward to all year long.“
  4. cyclingnews.com vom 9. April 2006: The mean machine takes first Roubaix win for CSC
  5. Hincapie beendet nach 19 Jahren seine Profikarriere auf radsport-news.com v. 11. Juni 2012
  6. Ehemaliger Armstrong-Helfer: Tour-Rekordfahrer Hincapie gesteht Doping. In: Spiegel Online. 10. Oktober 2012, abgerufen am 7. Januar 2017. 
  7. radsport-news.com com 11. Oktober 2012: Elf ehemalige Teamkollegen belasten Armstrong
  8. Originals vom 19. April 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hincapie.com, abgerufen am 18. April 2014.

1937  Charles Bergna | 1965 Michael Beckwith Hiltner | 1966 Bob Tetzlaff | 1967 nicht ausgetragen 1968 John Howard Springfield | 1985 Eric Heiden | 1986 Thomas Prehn | 1987 Tom Schuler | 1988 Ron Kiefel | 1989 Greg Oravetz | 1990 Kurt Stockton | 1991 Davis Phinney | 1992, 1997 Bart Bowen | 1993 Lance Armstrong | 1994 Steve Hegg | 1995 Norman Alvis | 1996 Eddy Gragus | 1998, 2006, 2009 George Hincapie | 1999 Marty Jemison | 2000, 2001, 2004, 2013 Fred Rodriguez | 2002 Chann McRae | 2003 Mark McCormack | 2005 Chris Wherry | 2007 Levi Leipheimer | 2008 Tyler Hamilton | 2010 Ben King | 2011, 2015 Matthew Busche | 2012 Timothy Duggan | 2014 Eric Marcotte | 2016 Gregory Daniel | 2017 Lawrence Warbasse | 2018 Jonathan Brown | 2019 Alex Howes | 2021 Joey Rosskopf | 2022 Kyle Murphy | 2023 Quinn Simmons

Die Ergebnisse sind nicht vollständig.

1934 Gustave van Belle | 1935 Albert Depreitere | 1936, 1937 Robert Van Eenaeme | 1938 Hubert Godart | 1939 André Declerck | 1940–44 nicht ausgetragen | 1945 Robert Van Eenaeme | 1946 Ernest Sterckx | 1947 Maurice Desimpelaere | 1948 Valère Ollivier | 1949 Marcel Kint | 1950, 1955 Albéric Schotte | 1951 André Rosseel | 1952, 1953 Raymond Impanis | 1954 Rolf Graf | 1956, 1957, 1962 Rik Van Looy | 1958 Noël Foré | 1959 Leon Vandaele | 1960, 1961 Frans Aerenhouts | 1963 Benoni Beheyt | 1964 Jacques Anquetil | 1965 Noël De Pauw | 1966 Herman Van Springel | 1967, 1970, 1973 Eddy Merckx | 1968 Walter Godefroot | 1969 Willy Vekemans | 1971 Georges Pintens | 1972 Roger Swerts | 1973, 1978, 1979 Roger De Vlaeminck | 1974 Barry Hoban | 1975, 1976 Freddy Maertens | 1977 Bernard Hinault | 1978 Ferdi Van Den Haute | 1979 Francesco Moser | 1980 Henk Lubberding | 1981 Jan Raas | 1982 Frank Hoste | 1983 Leo van Vliet | 1984, 1986 Guido Bontempi | 1985 Eric Vanderaerden | 1987 Teun van Vliet | 1988 Sean Kelly | 1989 Gerrit Solleveld | 1990 Herman Frison | 1991 Dschamolidin Abduschaparow | 1992, 1993, 2002 Mario Cipollini | 1994 Wilfried Peeters | 1995 Lars Michaelsen | 1996, 1999 Tom Steels | 1997 Philippe Gaumont | 1998 Frank Vandenbroucke | 2000 Geert Van Bondt | 2001 George Hincapie | 2003 Andreas Klier | 2004, 2011, 2012 Tom Boonen | 2005 Nico Mattan | 2006 Thor Hushovd | 2007 Marcus Burghardt | 2008 Óscar Freire Gómez | 2009 Edvald Boasson Hagen | 2010 Bernhard Eisel | 2013, 2016, 2018 Peter Sagan | 2014 John Degenkolb | 2015 Luca Paolini | 2017 Greg Van Avermaet | 2019 Alexander Kristoff | 2020, 2024 Mads Pedersen | 2021 Wout van Aert | 2022 Biniam Girmay | 2023 Christophe Laporte

Normdaten (Person): LCCN: no2014094985 | VIAF: 310521074 | Wikipedia-Personensuche | Kein GND-Personendatensatz. Letzte Überprüfung: 27. März 2023.
Personendaten
NAME Hincapie, George
ALTERNATIVNAMEN Hincapié Garcés, George Anthony (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Radsportler
GEBURTSDATUM 29. Juni 1973
GEBURTSORT Queens, New York City